Was gehört in die Stallapotheke?

Einleitung

Damit du dein Pferd in einem Notfall sofort versorgen kannst, gehört ein Erste Hilfe Set in jeden Stall. Sie kann entweder in einem Schrank, einem Koffer oder einer Tasche aufbewahrt werden. Doch egal für welche Variante du dich entscheidest, die Stallapotheke sollte stets einen festen und leicht zugänglichen Platz bekommen. Dadurch weiß jeder sofort wo sie zu finden ist und eine lange Suche erschwert im Ernstfall die Versorgung nicht zusätzlich.

Wenn Du eine Verletzung bei deinem Tier feststellst, verschaffe dir zunächst einen Gesamteindruck. Dann kannst du leichter entscheiden, ob du selbst schon etwas machen kannst oder sofort den Tierarzt rufen solltest. Dazu können folgende Kriterien hilfreich sein:

  • Gibt es offene Wunden?
  • Ist das Tier munter oder lethargisch?
  • Wirkt dein Pferd unruhig?
  • Wie sind die PAT-Werte? (Mehr dazu findest du hier in unserer Infografik)
  • Weitere Anzeichen für Krankheiten findest du in der Liste der Krankheitsanzeichen.
  • Medikamente zur Erstversorgung, dazu zählt auch Augen- oder Zinksalbe, sollten nach Möglichkeit kühl und trocken gelagert werden. Um stets ein einsatzbereites Notfallset zu haben, sollten die enthaltenen Materialien regelmäßig auf Beschädigungen und ihr Haltbarkeitsdatum überprüft werden. Sorge auch dafür, entnommene Utensilien schnellstmöglich zu ersetzen.

Die Verwendung einer Stallapotheke ersetzt keineswegs den Besuch bei einem Veterinär. Sie ist für die Erstversorgung in einem Notfall oder für kleinere Blessuren gedacht. Bitte besprich nach der Notfallversorgung das weitere Vorgehen mit deinem Tierarzt.

Krankheitsanzeichen – Woran erkenne ich, dass mein Pferd krank ist?

Wenn du den Verdacht auf eine Erkrankung deines Pferdes hast, solltest du dir den Gesamtzustand genau anschauen. Dann kannst du besser beurteilen, ob du sofort einen Tierarzt benötigst oder selbst helfen kannst. Beachte, dass du dich im Zweifel immer an deinen Veterinär wenden solltest. Du kannst ihn unterstützen, indem du schon möglichst viele Symptome nennen oder ausschließen kannst. Die folgenden Orientierungspunkte bieten einen ersten Hinweis darauf wie es deinem Vierbeiner geht:

  • Fieber oder Untertemperatur
  • erhöhter oder niedriger Puls
  • Niesen oder Husten
  • veränderte Atmung
  • trübe, glasige oder tränende Augen
  • Nasenausfluss
  • Unruhe oder Lethargie
  • Durchfall oder Verstopfung
  • hängender Kopf
  • Schweißausbrüche ohne erkennbaren Grund
  • Appetitlosigkeit
  • Verweigerung von Flüssigkeitsaufnahme
  • glanzloses oder struppiges Fell
  • Schwellungen
  • Wunden
  • vermehrtes Liegen

Erste-Hilfe-Set für Pferde – für jeden Notfall

Das Erste-Hilfe-Set für Pferde von der Firma ‎Effax enthält wichtige Utensilien für die Notfallapotheke. Im Ernstfall findet sich das nötigste Zubehör für Mensch und Tier. Eine Auflistung der Materialien findest du hier in unserer Tabelle. Dank dem mitgelieferten Turnbeutel eignet es sich gut, um auf Ausflügen oder Reisen einfach mitgenommen zu werden. Der praktische Umhängebeutel bietet noch Platz für weitere Utensilien. Das ‎Effax Erste-Hilfe-Set kann eine gute Option sein, um eine solide Grundausstattung für die Stallapotheke zu haben.

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Erste-Hilfe-Set für Pferde
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Effol Erste-Hilfe-Set
  • Haut-Repair Salbe (30 ml)
  • Drachenblut-Filmpflaster Spray (50 ml)
  • Eis-Pack Kühl Kompress
  • Pferdesalbe (50 ml)
  • eine Elastik-Bandage
  • ein Verbandsset mit Einmalhandschuhen
  • Turnbeutel

Inhalt einer geeigneten Stallapotheke

Eine geeignete Stallapotheke sollte verschiedene Utensilien enthalten, sodass Pferd und Reiter im Notfall schnell und ausreichend versorgt werden können. Die Erste Hilfe Ausstattung beinhaltet jedoch mehr als nur Pflaster und Verbandsmaterial.

Telefonliste wichtiger Kontakte

Damit im Notfall jeder sofort Zugriff auf die wichtigsten Kontakte hat, sollte eine Telefonliste in der Stallapotheke zu finden sein. Die Telefonnummer des Tierarztes, des Hufschmiedes und des Besitzers gehören auf jeden Fall in diese Liste.

Liste der Pferde mit aktuellem Impfstatus (optional)

Hilfreich ist eine Liste aller Pferde mit dem aktuellen Impfstatus. Dadurch kann der Tierarzt eventuelle Risiken abwägen. Zum Beispiel kann er so nachvollziehen wann die letzte Tetanus Impfung des Tieres stattgefunden hat. Das ist insbesondere bei offenen Wunden relevant.

Sterile Gaze, Tupfer oder Mullkompressen in 10 mal 10 Zentimetern Größe

Sterile Gaze, Tupfer oder Mullkompressen werden zur Wundversorgung benötigt. Üblicherweise wird entweder sterile Gaze oder eine Mullkompresse als Wundauflage verwendet. Tupfer eignen sich zum Auftragen von Desinfektionsmittel oder zum Abtupfen von überschüssigem Blut.

Zwei oder mehr beschichtete Verbandsrollen mit mindestens 15 Zentimetern Breite

Die Verbandsrolle kommt beim Anlegen eines Verbandes zum Einsatz. Dieser kann zum Beispiel bei Wunden verwendet werden, oder wenn eine Salbe oder ein Gel länger auf der Haut verbleiben soll. Schließlich besteht bei den Vierbeinern die Chance, dass sie es sich selbst wieder ablecken oder es an anderen Materialien, wie den Stallwänden abgetragen wird.

Zwei elastische Binden oder selbsthaftende Bandagen

Elastische Binden werden vor allem im Bereich der Gelenke benötigt. Beispielsweise wenn eine Wunde am Kniegelenk verbunden werden soll. Außerdem sind sie hilfreich um unterschiedlich starken Druck ausüben zu können: Zur Förderung des lymphatischen Rückflusses bei einer Schwellung des Beines werden ausschließlich elastische Binden verwendet.

Eine nicht-elastische Bandage

Die nicht-elastische Bandage ist hilfreich zum Stauen von Venen. Das kann bei einer starken Blutung nötig sein, damit der Blutverlust eingedämmt wird. Wird es sofort bemerkt und gleich gehandelt, kann das Abbinden auch bei dem Biss eines giftigen Tieres sinnvoll sein. Dadurch wird die Ausbreitung im Blutkreislauf verlangsamt.

Klebeband

Damit Bandagen und Verbände halten, wird Klebeband benötigt. Es kann außerdem hilfreich sein, um kleinere Wunden direkt mit einer Wundauflage und dem Klebeband zu versorgen.

Desinfektionsmittel, wie etwa Betadine

Desinfektionsmittel gehört unverzichtbar in die Stallapotheke und ist vielfältig einsetzbar. Es wird sowohl für den Menschen, als auch für das Pferd benötigt. Zum einen für die Händedesinfektion und zum anderen für die Desinfektion sämtlicher Wunden.

Blauspray für Pferde

Blauspray wird zur Haut- und Hufpflege verwendet. Es kommt bei spröden und trockenen Stellen zum Einsatz und fördert die Neubildung der Zellen.

Wundheilsalbe, Zinksalbe und Augensalbe

Verschiedene Zink- oder Wundheilsalben dienen der Entzündungshemmung und unterstützen den Heilungsprozess. Eine antiseptische Augensalbe ist ebenfalls empfehlenswert, da viele leichte Entzündungen der Augen leicht damit behandelt werden können.

Kühlgel

Das Kühlgel hat zwei große Vorteile: Es lindert Schmerzen und es sorgt während der Kühlung für eine verlangsamte Durchblutung. Bei direktem Kühlen nach einem Trauma, kann die Einblutung verlangsamt werden und ein mögliches Hämatom prägt sich weniger stark aus.

Fieberthermometer

Das Fieberthermometer ermöglicht es direkt herauszufinden, ob das Tier an Fieber oder Unterkühlung leidet.

Schere und Verbandsschere

Für die Stallapotheke ist es sinnvoll, eine normale Schere und eine Verbandsschere zu haben. Mit der Verbandsschere können die Verbandsmaterialien und das Klebeband geschnitten werden. Zusätzlich kann die Alltagsschere für hartnäckige Verpackungen oder andere Zwecke genutzt werden.

Pinzette

Eine Pinzette kann zum Entfernen von kleinen Steinchen oder Splittern aus einer Wunde verwendet werden.

Zeckenzange

Die Zeckenzange ist zum Entfernen von Zecken gedacht.

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  • Zeckenzange Kreuzzange Länge 13,6 cm Pinzettenkopf - 4 mm breit der Kreuzmechanismus greift Zecken mit dem voreingestellten Druck
  • Zeckenpinzette - Länge: 11,4 cm durch die feinen spitzen der Splitterpinzette und der gebogenen Form gleiten Sie mühelos unter tief sitzende Zecken
  • Zeckenentferner mit Griff und Zugfeder Gesamtlänge 8,5 cm Breite des Pinzettenkopfes 3,5 mm mit etwas weniger Druckkraft der Automatikpinzette für besonders kleine Zecken
  • Verstärkte Profiausführung Zeckenzangen aus rostfreiem Edelstahl gegen Zecken und sonstige Blutsauger auch zur Entfernung von Splittern
  • Sichere Entfernung von Zecken und Ungeziefer bei Mensch und Tier

Einweghandschuhe

Einweghandschuhe dienen als Schutz für Mensch und Tier vor übertragbaren Erkrankungen und Verunreinigungen.

Einwegrasierer

Falls kleinere Teile des Felles rasiert werden müssen, erfüllt der Einwegrasierer seinen Zweck.

Pflaster in verschiedenen Größen für die Reiter

Pflaster für den Menschen gehören in unterschiedlichen Größen zur Grundausstattung einer Stallapotheke. Dadurch können Wunden schnell und unkompliziert versorgt werden.

Taschenlampe

Eine Taschenlampe kann für viele Zwecke verwendet werden. Beispielsweise um genauer schauen zu können, ob sich Verunreinigungen in einer Wunde befinden oder um die Reflexe der Pupillen zu testen.

Bei diesen Pferdekrankheiten kann die Stallapotheke zum Einsatz kommen

Koliken

Koliken bereiten dem Pferd große Schmerzen. Das Tier ist unruhig, schwitzt vermehrt und scharrt mit den Hufen. Besonders häufig kannst du beobachten, dass sich dein Vierbeiner gegen den Bauch schlägt oder versucht zu treten. Weitere Hinweise sind der Versuch sich hinzulegen oder vermehrtes Wälzen. Hier kann das Fieberthermometer zum Einsatz kommen, um die Temperatur deines Lieblings zu überprüfen.

Wunden

Wenn du feststellst, dass das Bein deines Pferdes angeschwollen ist, solltest du es zunächst auf Wunden untersuchen. Findest du keine Verletzung, kannst du erst einmal eine Kühlbandage anlegen oder ein Kühlgel auftragen. Länger als 24 Stunden sollte jedoch nicht gekühlt werden, damit die Durchblutung wieder angeregt wird.

Bei einer offenen Wunde sollte zunächst überprüft werden, ob sich Fremdkörper darin befinden. Sind diese leicht zu entfernen, wie zum Beispiel oberflächlich liegende Steinchen, können diese vorsichtig mit einer Pinzette abgetragen werden. Oberflächliche Blessuren können dann desinfiziert und mit einer Pferde- Wundsalbe versorgt werden. Blutende Wunden sollten mit einer Wundauflage und gegebenenfalls mit einem Druckverband verbunden werden.

Hufrehe

Die Hufrehe ist eine Entzündung des inneren Hufteils und wird häufig durch unzureichende Bewegung oder Fehlernährung ausgelöst. Von der Hufrehe sind in den meisten Fällen die Vorderbeine betroffen. Da die Erkrankung schmerzhaft für dein Pferd ist, versucht es das Körpergewicht nach hinten zu verlagern. Zur Behandlung eignet sich eine lange Kühlung, zum Beispiel mit Eiswasser in einem hohen Behälter und der Rat des Tierarztes.

Schlundverstopfung

Bei einer Schlundverstopfung bleibt Futter in der Speiseröhre des Pferdes stecken und die umliegende Schleimhaut schwillt an. Im schlimmsten Fall können Teile des Futters in die Luftröhre gelangen und dort zu einer Lungenentzündung führen. Folgende Symptome sind typisch: Schwitzen, Husten, Unruhe, vermehrtes Schlucken und Schnauben. Bei vielen Tieren tritt zudem eine Mischung aus Speichel und Futter aus den Nüstern. Halte bis zum Eintreffen des Veterinärs den Kopf des Pferdes möglichst tief und gibt ihm keine Nahrung oder Wasser.

Mauke (Fesselekzem)

Die Mauke, auch bekannt als Fesselekzem, ist eine durch Bakterien verursachte Entzündung. Das Verbindungsstück zwischen Huf und Mittelfuß ist der betroffene Bereich und wird Fesselbeuge genannt. Die ersten Mauke Symptome können Pusteln, Schwellungen und Hautrötungen sein. Als erste Maßnahme eignet sich die Verwendung von Zinksalbe.

Wenn dein Pferd Schmerzen in den Beinen oder Hufen hat, beginnt es zu lahmen. Das erkennst du an einem unregelmäßigen Bewegungsablauf. Auffällig ist oft auch ein typisches auf und ab wippen des Kopfes.

Zuerst empfiehlt es sich die Hufe genauer anzuschauen. Kleine festgetretene Steinchen oder ein gelöstes Hufeisen könnten der Auslöser für die Lahmheit sein. Gegebenenfalls benötigst du eine Taschenlampe, um möglichst genau sehen zu können und eine Pinzette zum Entfernen kleiner Verunreinigungen. Ist dies nicht der Fall, sind andere schwerwiegendere Erkrankungen in Betracht zu ziehen.

Strahlfäule

Die Strahlfäule ist eine bakterielle Erkrankung des Hufes im Bereich des Strahlhornes. Das Strahlhorn reicht vom vorderen Drittel des Hufes bis zum Ballen und ist weicher und empfindlicher als der übrige Huf. Aufgrund der Fäulnisbakterien bildet sich schnell ein unangenehmer Geruch, der bei der täglichen Reinigung auffällt. Als erste Hilfe Maßnahme kann der Huf desinfiziert werden und die Box frisch gereinigt werden.

Hufrollen Syndrom

Das Hufrollen Syndrom bezeichnet eine entzündete oder verletzte Hufrolle, welche die Struktur rings um die Beugesehne kurz vor dem Huf des Tieres ist. Häufig versuchen die betroffenen Vierbeiner sich hinzulegen oder verweigern sämtliche Bewegung. Hinzu kommt ein Lahmen oder stolpernde Schritte. Bei diesen Symptomen kommt häufig ein spezieller Hufbeschlag und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz.

Arthrose

Die Arthrose ist eine degenerative Erkrankung, bei der die Knorpelflächen der Gelenke angegriffen werden. Beim Pferd sind davon insbesondere die Hüft-, Knie- oder Sprunggelenke betroffen. Ein mögliches Symptom ist ein Lahmen oder Hinken des Tieres, da es versucht die schmerzenden Gelenke zu entlasten. Als erste Hilfe kann ein Kühlgel verwendet werden.

Sommerekzem

Das Sommerekzem ist ein juckender Hautausschlag, der als allergische Reaktion auftritt. Auslöser ist der Speichel von Stechmücken oder Fliegen. Besonders häufig tritt es im Bereich des Mähnenkamms, der Bauchnaht oder der Schweifrübe auf. Typische Symptome sind vermehrtes Scheuern bis hin zum Wundscheuern und kleine Pusteln. Zur ersten Behandlung eignet sich eine Wundheil- oder Zinksalbe. Allerdings sollte ein Tierarzt überprüfen, ob andere Ursachen hinter dem Ausschlag stecken.

Fazit

Eine gut ausgestattete, übersichtlich gestaltete Stallapotheke ist im Notfall unerlässlich und sollte sowohl Materialien für das Pferd, als auch für den Menschen enthalten. Damit im Ernstfall alle Utensilien verwendbar sind, sollte der Inhalt regelmäßig auf Vollständigkeit, Beschädigungen und das Haltbarkeitsdatum geprüft werden. Auf diese Weise bist Du gut vorbereitet und kannst schnell Erste Hilfe leisten.

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